Familienwappen der Batthyánys

Im Jahre 1481 wurde Balthasar I von König Matthias I Corvinus das Familienwappen verliehen.

Balthasar I (†1520) – dessen Großvater Albert († 1435) sich erstmals Batthyány nannte, nach dem Gut Batthyán, welches die Familie im Jahre 1398 von König Sigmund für die Verdienste im Kampf gegen die Türken erhielt – war Obersthofmeister unter König Matthias I Corvinus.

 

Als Burghauptmann von Köszeg/Güns und Obergespan des Komitates Vas/Eisenburg wurde er 1493 Ban von Jajca und Bosnien.

Die Darstellung des Wappen läst sich folgender Maßen im kurzen beschreiben:
Auf dem Gipfel eines natürlichen Felsens befindet sich ein silberner Pelikan mit seinen Jungen im Nest sitzend. Diese werden vom Pelikan durch sein eigenes Blut genährt.
In der Höhle im Felsen darunter sieht man einen aus natürlichem Wasser wachsenden goldenen Löwen, im Rachen einen gold-begrifften Türkensäbel haltend.

Die Familien Farben sind blau-gelb.
 
Der Wahlspruch lautet „Fidelitate et Fortitudine“ (Treue & Tapferkeit). Dieser ursprüngliche Wahlspruch wurde für die fürstliche Linie vom 7. Fürst, Ladislaus Anton Batthyány-Strattmann auf „Fidelitate et Caritate“ (Treue und Liebe) geändert und ist seither - für die fürstliche Linie - gültig.
 
Selbstverständlich gibt es die verschiedensten Interpretationen des Wappens, besonders der zwei Wappentiere, dem Pelikan und dem Löwen.
 
Der Peilkan stellte ursprünglich für die Inhaber des Wappens das Symbol eines sich aufopfernden Herrschers und Kriegers da. Abgestimmt dazu auch das erste der beiden Tugenden des Wahlspruches, die der Treue. Natürlich ist hier die Treue zum Vaterland Ungarn, zum eigenen Volk und zu Gott und zum Herrscher gemeint. Weiters stellt, der im Nest sitzenden Pelikan, der mit dem Schnabel seine Brust ritzt und mit dem heraus fließenden Blut seine Jungen tränkt, die Zusammengehörigkeit der Familie Batthyány dar.
 
Der Löwe mit dem Türkensäbel im Rachen steht für die kriegerische Vergangenheit und für die Verdienste der Batthyánys um Ihr Vaterland in zahlreichen Auseinandersetzungen mit dem Feind und den unzähligen geschlagenen Schlachten, da. Daran angelehnt ist auch die zweite der beiden Tugenden des Wahlspruchs: die der Tapferkeit.

Über die Jahrhunderte änderten sich langsam die äußeren Umstände und damit auch das Selbstverständnis der Batthyánys. Neben kriegerischen Leistungen traten auch staatsmännische, politische, forscherische, wissenschaftliche, künstlerische, etc Leistungen, sowie das Mäzenatentum in den Vordergrund.
 
Das sich über die Jahrhunderte veränderte Selbstverständnis – immer im Bewusstsein der eigenen Geschichte – widerspiegelte sich schließlich auch in einer etwas „anderen Interpretation der Symbolik“ des Familienwappens und nahm seinen Höhepunkt in der Änderung des Wahlspruches von „Fidelitate et Fortitudine“ in „Fidelitate et Caritate“ durch den 7. Fürst Batthyány-Strattmann de Német Ujvár. Auch wenn der ursprüngliche Wahlspruch "fidelitate et fortitudine" für die Gräfliche Linie weiter Gültigkeit hat.
 
Im Pelikan wurde nun vor allem das Christus Symbol gesehen.
 
Schon der Physiologus, ein sehr wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts entstandenes populärwissenschaftliches Buch in griechischer Sprache berichtet über das Symbol des Pelikans: Eine listige Schlange vergiftet die Jungen. Nach drei Tagen tiefer Trauer reißt sich der Pelikan seine Brust auf und erweckt mit seinem Blut die Jungen wieder zum Leben. Auch dadurch wurde der Pelikan zum Symbol für die Eucharistie, für den Opfertod Jesu Christi.
 
So war der 2003 in Rom von Papst Johannes Paul II selig gesprochene 7. Fürst, Ladislaus Anton Batthyány-Strattmann geprägt vom Zeichen des Pelikans und zeigte dies in der Fürsorge für seine Familie, in seiner Liebe zum Nächten und den Kranken.
 
Somit kann heute der Wahlspruch „Treue und Liebe“ auch durchaus als Aufruf zur Treue nicht nur zum Vaterland aber vor allem auch zum Glauben und zur katholischen Kirsche verstanden wissen. Gepaart mir Liebe zum Nächsten als Ebenbild Gottes.