Fürst Ödön Batthyány-Strattmann (1826 – 1914)

Verbringt den Großteil seines Lebens in England. Bereits sein Vater, Gustav, war im Viktorianischen England eine prominente Persönlichkeit gewesen. Er ist u.a. ein großer Pferdeliebhaber – und stirbt schließlich, als am Rennplatz in Newmarket eines seiner Pferde ein Rennen gewinnt, an den Folgen eines Herzinfarkts.

F
ürst Edmund ist der erste Katholik, der es schafft in der Eliten Schule Eaton als Schüler aufgenommen zu werden. Als begeisterter Segler ist er Mitglied des Royal Yacht Club und gewinnt zahlreiche Wettbewerbe. Er ist Kämmerer des österreichischen Kaisers in England und Attache an der Österreichischen Botschaft in London. Gegen Ende seines Lebens zieht es ihn schließlich zurück in seine ungarische Heimat, wo er auf Schloss Körmend sein  zu Hause findet und auch als großer Wohltäter aktiv ist.

Fürst Dr. Ladislaus Batthyány-Strattmann (1870 – 1931)

Der 7. Fürst, auch „Arzt der Armen“ genannt, wird am 23. März 2003 von Papst Johannes Paul II. in Rom selig gesprochen. Er gehört zu den besonders außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Batthyány. Nach seinem Tod schreibt Nuntius Schioppa an den Heiligen Vater über ihn: „Die Leute halten den Fürsten für einen Heiligen. Ich kann Eurer Heiligkeit versichern, dass er es ist.“

Batthyány-Strattmann war ein Arzt der Armen. Mit 25 Jahren entschließt er sich - für seinen gesellschaftlichen Umkreis unüblich - einen bürgerlichen Beruf zu ergreifen und mit dem Studium der Medizin zu beginnen.

1898 errichtet er aus eigenen Mitteln nahe seines Schlosses im nordburgenländischen Kittsee (damals Ungarn) ein modernes Krankenhaus. Durch sein Vermögen, von dessen Einkünften er mehr als zwei Drittel für „seine Kranken“ aufwendete, will er viel Gutes tun. Er behandelte täglich 100 Patienten. Dabei fühlt er sich selbst bloß als Werkzeug Gottes und will bewusst als Arzt der Armen nicht nur den Körper, sondern auch die Seele heilen. Er nimmt kein Honorar an, bezahlt häufig die verschriebenen Medikamente selbst und kommt sogar für die Reisekosten seiner Patienten auf. Er möchte mittellose Menschen aufnehmen, sie kostenlos behandeln, ihnen liebenden Beistand und Hilfe geben.

1915 zum Fürst und Chef der Familie Batthyány geworden, verläßt er infolge des Friedensvertrages von Trianon das Krankenhaus Kittsee, das fortan weiter besteht, und übersiedelt mit seiner großen Familie auf den Hauptsitz Schloss Körmend nach Ungarn, wo er sofort ein weiteres Krankenhaus einrichtet. Neben seiner anstrengenden Arbeit führt er ein vorbildliches und christliches Familienleben. Seiner Ehe mit Gräfin Maria Theresa Coreth entstammen 13 Kinder.

1931 stirbt der tieffromme Mediziner und Familienvater. Seine letzte Ruhestätte findet er in der Batthyányschen Familiengruft unter der Klosterkirche von Güssing. Der „Arzt der Armen"“war im Ruf der Heiligkeit gestorben. In seinem Testament schreibt er : „Als eine der Hauptaufgaben meines Lebens habe ich mir zum Ziel gesetzt, mit meiner ärztlichen Tätigkeit der leidenden Menschheit zu dienen und auf diesem Wege Dinge zu vollbringen, die Gott wohlgefällig sind. … Diese Arbeit war der Quell unzähliger Gnaden und all der geistigen Freude, welche in meiner Seele und in den Seelen eines jeden meiner Familienmitglieder herrschte. Aus diesem Grunde danke ich - wie stets in meinem Leben - auch an dieser Stelle meinem Schöpfer aus tiefstem Herzen, dass er mich zum Arzt berufen hat. - Wenn ihr glücklich sein wollt, macht andere glücklich.“

1915 ändert Ladislaus den Wappenspruch der fürstlichen Linie der Batthyány von „Fidelitate et Fortitudine“ (mit Treue und Tapferkeit) in „Fidelitate et Caritate“ (mit Treue und Liebe).

Graf Ervin (1877 – 1945)

Gilt als Freidenker und gründet 1905 auf seinen Ländereien eine Anarchisten-Schule. Er selbst ist kurze Zeit sogar Mitglied der sozialistischen Partei und empfindet Sympathie für die Kommunisten. Erwin verteilt seine großen Länderein bei Bögöte in Ungarn an Tagelöhner und nimmt zeitweise deren Alltag und Lebensart an. In London lernt er 1910 den russischen Anarchisten Peter Kropotkin kennen. Er ist Herausgeber verschiedenster Zeitungen und Zeitschriften - unter anderem des Journals „Társadalmi Forradalom" (soziale Revolution). Erwin stirbt in England.


 

Graf Gyula Batthyány
Bei der Arbeit
Eines der Kunstwerke
Gefängnis unter den Kommunisten

Graf Gyula (1887 – 1959)

War ein bedeutender Maler und Künstler. Er studiert an der Kunstakademie in Budapest, später in München. Er besucht ebenso die Julian Akademie in Paris und arbeite in Florenz und Neapel und in vielen anderen Städten Europas. Nach dem Ersten Weltkrieg lebt er zeitweise in den USA und England und bereiste Asien, Ägypten, Tunesien und die Kanarischen Inseln.

 

 

 

Gyula gründet einen Kreis für Künstler auf seinem Gut in Bicske (Ungarn) und ist Co-Direktor einer Kunstschule für Maler in Eger und Pécs. Er ist auch für das Budapester Nationaltheater tätig (Bühnenbild, Kostüme, Illustrationen).

 

Nach dem 2. Weltkrieg bleibt er aus Patriotismus in Ungarn, wird enteignet und muss unter den Kommunisten 5 Jahre ins Gefängnis. In Polgárdi (seit 1398 im Familienbesitz gewesen und ursprünglicher Abstammungsort der Batthyány) setzt er sich schließlich zur Ruhe.

 

 

 

Heute sind seine Werke am Kunstmarkt sehr begehrt, seine Gemälde und Graphiken können in der Ungarischen Nationalgalerie bewundert werden. Er gilt als ein wichtiger Vertreter des ungarischen Expressionismus.

Fürst Ladislaus Anton (1904 - 1966)

Geboren am 23. Juni 1904 in Kittsee und der älteste Sohn des Seligen Ladislaus, heiratete am 21. September 1935 Antoinette Prinzessin zu Windisch-Graetz.

Er war Päpstlicher Geheimkämmerer und Ritter des Ordens vom Goldenen Fließ, sowie Ehren- und Devotionsritter des Souveränen Malteser Ritter Ordens. Wie viele Verwandte und auch andere Familien hatte der Fürst den Großteil seines Vermögens unter der Machtergreifung der Kommunisten in Ungarn nach Ende des 2. Weltkrieges verloren. So wurde auch Schloss Körmend von den Kommunisten sehr in Mitleidenschaft gezogen, vieles zerstört und geplündert.

Der Fürst musste nun danach trachten – wie viele seiner Standesgenossen - seiner Familie in Österreich eine neue Zukunft zu ermöglichen.

Die innige Verbindung zum Ungarischen Vaterland blieb aber immer bestehen, auch wenn sie zeitweise eine schwierige war. So war das fürstliche Paar auch im Zuge der Ungarnhilfe während des Ungarnaufstandes 1956 von Österreich aus sehr aktiv tätig. Fürstin Antoinette war schließlich auch Präsidentin des von Ihrer Schwiegermutter, gegründeten St. Stephans Verein in Wien, der bedürftige Ungarn karitativ unterstützt und bis heute auch jährlich den beliebten Ungarnball organisiert.