Graf Ignaz (1741 – 1798)

Ist ein bedeutender Kirchenrechtler und Gelehrter und durch sein Mäzenatentum für die Wissenschaft, seine schriftstellerische Tätigkeit und seine Wohltätigkeit in Siebenbürgen besonders bekannt.
 
Nach seinem Studium in Tyrnau und Pest und seiner Priesterweihe in der Graner Erzdiözese wird er nach Rom gesandt. Dort leitet er die Bibliothek Collegio Apollinare. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn wird er Bischof von Siebenbürgen. In Alba Iulia gründet er eine Sternwarte, eine kleine Gelehrtenakademie und stiftet eine bedeutende Bibliothek, das so genannte „Batthyaneum“. Hier wird noch heute der erste Teil des berühmten Lorscher Evangeliars (aus dem Jahr 810) aufbewahrt.

Graf Lajos (1807 – 1849)

Ist der erste Ministerpräsident Ungarns. Er übernimmt 1845 die Spitze der Opposition in Ungarn, wobei er strikt die Linie der Gesetzmäßigkeiten und den ständigen Kontakt zu Wien hält. Am 17. März 1848 - nachdem 2 Tage zuvor auch in Pest die Revolution ausgebrochen war - erteilt Kaiser Ferdinand seine Zustimmung zu einem „unabhängigen und verantwortlichen Ministerium“. Ludwig (Lajos) Batthyány wird zum ersten Ungarischen Ministerpräsident bestellt. Am 7. April 1848 wird seine Ministerliste vom Kaiser bzw. König bewilligt. Dennoch gelingt es nicht die zwiespältige Haltung zu Ungarns Selbstbestimmung aufzugeben, auch werden gemachte Zugeständnisse wieder zurückgenommen. Schließlich tritt Ludwig am 2. Oktober 1848 als Ministerpräsident zurück. Eine Delegation von Ungarn, entsandt zu Fürst Windisch-Graetz, möchte annehmbare Bedingungen für einen Frieden aushandeln. Von Windisch-Graetz erfährt Ludwig schließlich von der Konfiszierung seiner Güter und seiner beweglichen Habe. Ludwig begibt sich zu seinem Schwager Graf Károlyi, wo er am 8. Jänner 1849 auf massives Betreiben des Grafen Haynau verhaftet wird. Er selbst lehnt mehrere für ihn geplante Fluchversuche ab, da er von seiner Unschuld überzeugt ist. An einer Stelle seines Transportes versucht ihn die Bevölkerung zu befreien, was Ludwig aber, um Blutvergießen zu verhindern, selbst verhindert. Am 30. August 1849 wird das Urteil „Tod durch den Strang“ ausgesprochen. Seine Gemahlin bringt ihm am Vorabend seiner Hinrichtung einen Dolch, mit dem er sich, da er nicht wie ein Verbrecher von den Habsburgern gehängt werden will, die Halsschlagader aufzuschneiden versucht. Diese Selbstverletzung fügte ihm eine schreckliche Wunde zu und bewirkte, dass er statt erhängt, am 6. Oktober 1849 erschossen wird.
 
Die Hinrichtung löst weltweite Empörung aus. Mit Lajos fanden an dem Tag noch weitere 13 Generäle den Tod. Der 6. Oktober 1849 gilt seitdem in Ungarn als nationaler Trauertag. Sein Leichnam wird nach einigen Tagen in der Krypta der Pester Franziskanerkirche beigesetzt. Nach dem Ausgleich mit Österreich wird er am 9. Juni 1870 im Kerepeser Mausoleum der Hauptstadt feierlich bestattet. Am Ort seiner Hinrichtung brennt bis heute ein ewiges Licht zur Erinnerung an den ungarischen Märtyrer.
 
Die Beziehungen der Batthyánys zum Hause Habsburg waren seit diesem schrecklichen Ereignis überschatten.

Graf Kasimir (1807 – 1854)

Galt als „Republikaner mit Stammbaum“, ist ein äußerst gebildeter, hervorragender Redner, ungarischer Patriot. Er errichtet auf seinen Gütern Kinderbewahranstalten und Schulen. Die Ungarische Akademie beschenkt er mit einer Bibliothek. Bei der Ungarischen Revolution von 1848 tritt er als Freiwilliger auf und ficht an führender Stelle an der Südfront. Nach der Ausrufung von Ungarns Unabhängigkeit ernennt ihn Kossuth - obwohl er sich dagegen sträubte - zum Außenminister. Nach dem unglücklichen Ende der Revolution gelingt ihm schließlich die Flucht nach Paris, wo er auch stirbt. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts werden seine sterblichen Überreste nach Ungarn überführt.

Fürst Philipp Batthyány-Strattmann (1781 – 1870)

Ist ein großer Förderer der Künste und wegen seiner Wohltätigkeit und Menschenfreundlichkeit außergewöhnlich beliebt.
 
Unter seiner Wirkungszeit wird beispielsweise in Güssing ein jüdischer Tempel errichtet, die Familiengruft erneuert, ein städtischer Ziegelofen errichtet etc.. Auch in Körmend, der damaligen Hauptresidenz, ist Philipp wegen seiner zahlreichen Stiftungen sehr beliebt. Unter anderem unterstützt er auch den Bau des Wiener Musikvereins. In niederösterreichischen Trautmannsdorf an der Leitha läßt er ein prächtiges Schloss erbauen etc. Im Jahre 1870 ruft er die Fürst Philipp Batthyánysche Stiftung zur Erhaltung der Güssinger Burg, des Klosters und der Familiengruft, ins Leben. Bis zum heutigen Tag wird die Burg von dieser Stiftung, jeweils mit dem Fürsten der Familie als Kurator, geführt.

Gräfin Franziska (1802 – 1861)

Geb. Gräfin Széchényi, gründet 1851 nach dem Tod ihres Mannes, Graf Nikolaus, in Pinkafeld ein Nonnenkloster mit Schule, Spital und Waisenhaus. Sie bekennt sich durch ihre persönliche Geisteshaltung und ihr soziales und karitatives Wirken zu einer Erneuerung des Christentums. Ihr Haus in Pinkafeld ist Sammelpunkt der Wiener Romantiker um Klemens Maria Hofbauer. Schließlich tritt sie selbst in das von ihr gegründete Kloster ein.
 
 
 
 
 

Graf Franz (1804 – 1869)

Beweist viel Geschäftssinn indem er die Badeanstalten von Bad Tatzmannsdorf, die seit dem Palatin Ludwig Ernst Batthyány (1696 – 1765) im Besitz der Familie sind, zu neuer Hochblüte bringt. Unter Franz entsteht u.a. eine Reihe neuer Bauten, die dem Kurort ein neues Erscheinungsbild geben.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Graf Karl (1817 – 1892)

Ist ein weiterer Wohltäter der Familie und sieht sich den bedürftigen Menschen besonders verpflichtet. Beispielsweise verköstigt er die Armen in seiner Stadt täglich zu Mittag im Kastell. Alle Angestellten auf seinen Gütern dürfen Vieh zur eigenen Verwendung halten. Und er sorgt sich um die Ausbildung ihrer Kinder. Zum Jahreswechsel beschenkt er alle christlichen Bedürftigen der Stadt mit 50 Gulden.