Graf Adam II. (1662– 1703)

Ist Nachfolger und Sohn Christoph II. Schon früh nimmt er mit seinem Vater an den Türkenkriegen teil. Im Oktober 1683 unterstützt er mit seinen Husaren die Eroberung der Festung von Gran. Bei der Einnahme Budas erobert Adam II. mit seinen 1200 Husaren 12 türkische Galeeren mit ungeheuren Schätzen. In Anerkennung seiner Taten wird er Inhaber eines Regiments und zum General und Oberbefehlshaber an den Grenzgebiete um Kaniza ernannt. 1693 wird er Banus von Kroatien, Dalmatien und Slawonien.

 

Adam II. vermählte sich am 25. November 1692 mit Eleonore Gräfin Strattmann (1677 – 1741). Die Gräflich Strattmannschen Güter werden mit denen des Hauses Batthyány vereinigt.

Gräfin Eleonore Strattmann (1677 – 1741)

Adam II. vermählte sich am 25. November 1692 mit ihr. Die Gräflich Strattmannschen Güter werden mit denen des Hauses Batthyány vereinigt. Der Vater Eleonores ist Hofkanzlers Theodor Graf Strattmann, ein hoher Diplomat.

 

Da Adam II. sehr jung, am 26. August 1703, stirbt, übernimmt Eleonora - die ihren Mann fast 40 Jahre überlebt – zunächst die Vormundschaft der noch minderjährigen Söhne Ludwig Ernst und Karl. Eleonore ist gesellschaftlich in Wien sehr angesehen und aktiv. Sie verbindet eine enge Freundschaft mit dem Prinzen Eugen, der in Ihrem Wiener Palais und auf Schloss Rechnitz oft zu Gast ist.

 

 

 

 

Graf Ludwig Ernst (1696 – 1765)

Ältester Sohn von Adam II. steht zunächst als K.K. Hauptmann im Kriege und kämpfte bei der Schlacht von Peterwardein und der Belagerung von Temesvár 1716. Schließlich wechselt er in den Staatsdienst. 1737 wird er ungarischer Hofkanzler in Wien. Als solcher nimmt er am Reichstag zu Pressburg 1741 teil und ergreift in einer flammenden Rede Partei für Kaiserin Maria Theresia. Er ist Obermundschenk, Geheimrat und Ritter vom Goldenen Fließ. 1751 wird er der letzte Palatin von Ungarn. 1756 stellt er ein Husarenregiment auf, das im 7jährigen Krieg zum Einsatz kommt. Neben unfangreichen Vergrößerungen seines Besitzes ist vor allem zu erwähnen, dass er nun Schloss Körmend als Verwaltungs- und Hauptsitz wählt und es großzügig umbaut. Burg Güssing wird unter seiner Hand auf Grund einer Dachsteuer teilweise abgetragen.

Fürst Karl Batthyány-Strattmann (1697 – 1772)

Ist der zweite Sohn Adam II. Er tritt in den Militärdienst ein und nimmt mit Prinz Eugen an zahlreichen Kriegen gegen die Türken teil. 1731 wird er Inhaber eines Dragonerregiments, begibt sich 1733 zur Reichsarmee an den Rhein und nimmt am Türkenkrieg 1737/39 teil. Zum General befördert, bekleidet er bis 1741 die Stelle eines Ministers in Berlin, ist schließlich Gouverneur in Bayern mit Sitz in München und wird bevollmächtigter Minister in den Niederlanden. Sodann holt ihn Kaiserin Maria Theresia 1748 nach Wien zurück, wo er Erzieher ihres Sohnes Josef II. wird.

 

1763/64 wird er von Kaiserin Maria Theresia in den Fürstenstand erhoben.

Graf Joseph (1727 – 1799)

Wurde 1751 zum Priester geweiht, war Domherr von Gran, Probst in Szombathély (Steinamanger)  und Pressburg. 1759 wurde er Bischof in Siebenbürgen, 1760 Erzbischof von Kalocsa und schließlich 1776 Kardinal und Fürstprimas von Ungarn. Er war ständiger Berater der Kaiserin Maria Theresia und ein wichtiger Vermittler zwischen Papst Pius VI. und Josef II. Als solcher galt er als glänzender Aussöhner und Förderer der Beziehungen zwischen Kaiserhaus und Papst. Er wurde als das „Orakel seiner Zeit“ gesehen.

Ebenso herausragend waren seine sozialen und bildungspolitischen Maßnahmen in seinen Diözesen. So sorgte er durch zahlreiche Schulgründungen für eine Verbreitung des Unterrichts, gründete die Vaterländische Bibliothek, errichtete das Primaspalais in Pressburg etc. – „Wir haben einen großen Mann verloren“, soll Kaiser Franz I. auf die Nachricht seines Todes 1799 festgestellt haben. Sein Nachfolger war Karl Ambrosius von Österreich-Este.

Graf Theodor (1729 – 1812)

Übernimmt von seinem Vater die Herrschaft Bernstein. Hier, auf den eigenen Gütern, kann er im betriebenen Bergbau seinen besonderen technischen Neigungen nachgehen. Ebenso gilt sein Interesse den Manufakturen. So erwirbt er beispielsweise die K. K. Metallwaren- und Messingnadelfabrik in Lichtenwörth bei Wiener Neustadt. Sowohl in Bernstein als auch in Tatzmannsdorf werden Versuche zur Gründung von Tuch- und Bandfabriken unternommen. Theodor kauft weitere Herrschaften für seine Unternehmungen. Seine Betriebe zählen schließlich zu den chemischen Großbetrieben Ungarns. Im Alter siedelt er sich auch in Kärntner Bergbaugebieten an.

 

Theodor interessiert sich auch für alle technischen Neuerungen, besonders auch für den Schiffsbau. 1797 stellt er in Wien ein „Stromaufwärtsfahrzeug“ vor, dessen Fahrt bei der Brigittenau beginnt. Dieses damals außergewöhnliche Ereignis ist in zahlreichen Stichen festgehalten.