Graf Franz II. (1577 – 1625)

Ist Kammerherr, oberster Stallmeister und Obergespan des Ödenburger Komitates. 1603 wird er für seine Verdienste in den Grafenstand erhoben. Bereits im Jahr 1593 kämpft Franz II. gegen die Türken: bei Gran, 1595 bei Stuhlweißenburg und 1602 bei Kanizsa, wie bereits sein Vater 20 Jahre zuvor. 1605 vielen die Türken auch in die Batthyányschen Güter ein, verwüsteten das Land und verschleppten Teile der Bevölkerung in die Gefangenschaft. In dieser schwierigen Lage blieb Franz II. Kaiser Rudolf II. treu und erhält 1606 die Herrschaft Körmend.

Franz wird als Kind zu nächst in Güssing erzogen und geht später an den Hof Rudolf II.. Er ist ein Liebhaber der Musik, der Dichtkunst und - wie sein Vater - mächtiger Schutzherr der Protestanten.

1607 heiratet er Eva Poppel von Lobkowicz. Durch diese Vermählung kommt die Familie in den Besitz von Neuhaus/Dobra, Szentgothárd, Rakicsán, Bicske (Komitat Fehér), etc. Diese Güter schließen direkt an die Herrschaft in Güssing und Körmend an.

Bei der Krönung von Ferdinand II. träg Franz II. das Schwert des heiligen Stefan. 1620 aber kämpft er aber an der Seite Bethlens gegen den Kaiser und Esterházy; Franz setzt sogar eine türkische Hilfstruppe aus Kanizsa ein, da er die Religionsfreiheit gefährdet sieht. Nach dem Frieden von Nikolsburg normalisieren sich die Beziehungen zwischen Kaiserhaus und Franz II. wieder. Er stirbt am 13. September 1625 in Schlaining.

Graf Adam I. (1609 – 1659)

Übernimmt nach seiner Volljährigkeit das Erbe seines Vaters Franz. Er wird auch gerne als Stammvater der Familie im engeren Sinn betrachtet. Wohl am bedeutendsten ist seine Bekehrung zum katholischen Glauben – mit all seinen Konsequenzen.

Er wird zunächst von seinen Eltern im Protestantismus erzogen. Die Streitigkeiten zwischen den lutherischen Anhängern und den Kalvinisten in Güssing aber missfallen ihm. Dagegen sind es die religiöse Atmosphäre am Wiener Hof Ferdinand II., der er als Jüngling ausgesetzt ist und die Ermunterung des Kardinal von Gran, Peter Pázmány, die Adam langsam zur katholischen Kirche zurück finden lassen. So ist hier von einer wahrhaften Bekehrung zu sprechen. Adam tritt schließlich – nach längerem inneren Ringen – aus Überzeugung und öffentlich zu Ostern 1630 anlässlich seiner Osterbeichte und Kommunion zum katholischen Glauben über. 1638 lädt er die Franziskaner der Marianerprovinz aus Ungarn ein, in Güssing ein Kloster zu gründen. Mit seinem Stifterbrief siedelte er sie 1649 endgültig an, und begründet damit das Kloster, die Kirche und die Familiengruft, die bis heute die letzte Ruhestätte der Batthyány ist.

Am Wiener Hof schließt Adam Bekanntschaft mit der Hofdame Aurora Katharina Freiin von Formentini aus Görz (Friaul), die er am 3. Februar 1632 in der Wiener Schlosskapelle unter Beisein des Kaisers und der Kaiserin, heiratet.

Nikolaus Zrinyi bezeichnet Adam I. als „Säule des Vaterlandes.“ Als Generalkapitän von Transdanubien, kaiserlicher Kämmerer und General eines Kavallerieregiments kämpft er an den Grenzgebieten 25 Jahre hindurch gegen die Türken; schon 1641 bei Raab, Ödenburg und Pressburg. 1654 besiegten die Batthyányschen Husaren bei Stuhlweißenburg den Pascha von Kanizsa. Hier erleidet Adam einen Schlaganfall, von dem er sich aber bald erholte.

Adam vergrößert auch seine Besitzungen im einem beachtlichem Ausmaß: 1644 kauft er die Herrschaft Bernstein mit Pinkafeld, außerdem ist er Herr über Körmend, Csákany, Schlaining, Rechnitz, Neuhaus und St. Gotthard, etc. Alleine die Herrschaft Güssing umfasst zu der Zeit ungefähr 70 Dörfer. Auch seine Bautätigkeiten sind beträchtlich: 1650 läßt er Schloss Körmend teilweise umbauen, 1658 den Südwesttrakt von Schloss Bernstein errichten, die Schlaininger Burg erweitert er um ein Stockwerk, läßt das Rechnitzer Schloss errichten, und nicht zu vergessen Kirche und Kloster mit der Familiengruft in Güssing. Hier wurde er nach seinem Tod am 15. März 1659 neben seiner Frau Aurora beigesetzt.

Adam I. ist der letzte, der alle Familienbesitzungen in einer Hand vereinigt. Er hinterläßt 5 Kinder, darunter Christoph II. und Paul I. Sie teilten sich die Güter auf, auch Güssing und Burg wird geteilt.

Diese Teilung ist der Beginn vieler weiterer Teilungen. Die beiden Brüder wurden die Begründer von mehreren Batthyanyschen Linien: die Christophsche (ältere und fürstliche) Linie und Paulsche (jüngere und gräfliche) Linie. Die drei Enkel Paul I. teilten sich wiederum in drei Linien, in den Scharfensteiner Zweig, Pinkafelder Zweig und Schlaininger Zweig. Jeweils benannt nach den jeweiligen Hauptgütern.

Die Batthyánys sind im Laufe der Zeit in Besitz des Großteils des heutigen Südburgenlandes gekommen, weiter Gebiete Westungarns, sowie in Kroatien und Slawonien. Aus heutiger Sicht ist klar, dass durch die vielen Unterteilungen sich die Batthyánys auf lange Sicht dadurch wirtschaftlich nicht gerade optimal weiter entwickeln würden.

Graf Christoph II. (1637 – 1687)

Begründer der „älteren, fürstlichen Linie“ - war Generalkapitän von Transdanubien, K.K. Kämmerer und Rat, Obermundschenk, Obergespan von Eisenburg, Erbherr von Güssing, Rechnitz, Schlaining, Neuhaus und Bernstein. Als kommandierender General in Ungarn jenseits der Donau eroberte er im Jahre 1681 von den Türken Tata, Pápa und Vesztprém zurück. Er nahm nach der Türkenbelagerung Wiens auch an deren Verfolgung beim Rückzug teil. Er lebte bevorzugt in Schloss Rechnitz. Er hatte zwei Söhne, Adam II. und Balthasar.




Graf Paul II. (1639 – 1674)

„Begründer der jüngeren, gräflichen Linie“ – war ebenfalls hoher Würdenträger. Er war unter anderem Erbherr von Pinkafeld, Scharfenstein, Csákany, etc.