Balthasar I. († 1520)

Ein Enkel des Albert Batthyany, ist Obersthofmeister. Er erhält von König Mathias Corvinus I 1481 den Wappenbrief. 1483 wird er Burghauptmann von Köszeg (Güns), 1489 Obergespan des Komitats Vas (Eisenburg) und 1493 Ban von Jajca und Kroatien.

Balthasar II. (1493 – 1542)

Ist Ban von Bosnien, Obersthofmeister unter König Ludwig II, und - wie die vorangegangene Generation - Burghauptmann von Köszeg. 1526 kämpft Balthasar in der Schlacht bei Mohács zusammen mit seinem jüngeren Bruder Franz I. Die Nachkommen von Balthasar führen das Erbe von Franz I., der kinderlos stirbt, weiter.

Franz I. (1497 – 1566)

Begegnet bereits in seiner Kindheit am Wiener Hof dem späteren König Ludwig II. Von ihm wird er in späteren Jahren mit hohen Ämtern betraut. So wird er Ban von Kroatien und Slawonien, königlicher Obermundschenk und Kämmerer.

Am 30. Juni 1524 erhält er von König Ludwig II. Burg und Herrschaft Güssing. Seitdem ist der Zusatz ,de Német-Ujvár’ (‚von Güssing’, ,von Deutsch Neuburg’) Bestandteil des Familiennamen der Batthyánys.

Um Kroaten von der drohenden Türkengefahr in Kroatien zu schützen, siedelt Franz I. als Ban von Kroatien ab 1538 „seine Kroaten“ in der Herrschaft Güssing an.

Bei der Schlacht von Mohács befehligte Franz I. die rechte Flanke des Ungarischen Heeres mit etwa 3000 Reitern und weiteren 1000 Fußsoldaten.

1527 erhält er von König Ferdinand I. die Herrschaft Schlaining und Rechnitz.

In seine Zeit fällt auch das Eindringen der Reformation in den Batthyányschen Einflussbereich. Seine zweite Gemahlin, Katharina Svetkovics - die in die Geschichte als besonders wohltätig und hilfsbereit den Armen gegenüber einging - war eine Anhängerin der Reformation.

Drei Jahre vor seinem Tod wird ihm noch eine Ehre zuteil: er trägt die Krone bei der Krönung von Maximilian II.

Balthasar III. (1538 – 1590)

Erbt den gesamten Familienbesitz seines Großonkels Franz I. da sein Vater, Christoph I. († 1570), bereits in jungen Jahren gestorben ist.

Balthasar ist ein hoch gebildeter Mann, hervorragender Feldherr und ungarischer Patriot. Mit seinem Übertritt 1569 zum Protestantismus wird auch Güssing zu einem Zentrum der Reformation in Westungarn. Er ist ein Anhänger und großer Förderer des Kalvinismus. Auf allen Gütern Balthasars (in Eisenburg, Stuhlweisenburg, Tolna, Somogy, Vesztprém, die Herrschaften Rechnitz, Schlaining, den 18 Gemeinden der Örség, etc) wird er eingeführt.

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566 heiratet er seine ehemalige Spielkameradin, die 16 jährige Dorothe Zrinyi, Tochter des Helden von Szigetvár, Nikolaus Zrinyi, dessen Familie sich schon viel früher zum Protestantismus bekennt. Wie sein Großonkel Franz I. verbringt auch Balthasar seine Jugendjahre am Wiener Hof, ebenso in Paris und studiert später in Padua und wieder in Paris. Balthasar - ein Mann mit vielen Interessen - sammelt Handschriften und Bücher nicht nur katholischer Autoren und errichtet in Güssing eine Bibliothek, die mehrere tausend Bände umfasst und den Grundstock der wertvollen Klosterbibliothek in Güssing darstellt. Auch ist er sehr an Musik und Botanik interessiert. Er hält sich eine kleine Musikkapelle aus türkischen Gefangenen und spielt selber gerne die Laute. Er holt auch den bekannten holländischen Botaniker Carolus Clusius zu sich nach Güssing, nachdem dieser von Rudolf II. als ein Protestant vom Wiener Hof entlassen wird. In Güssing erforscht Clusius von türkischen Gefangenen beschaffte und damals noch unbekannte Pflanzen wie Tulpen und Kastanien. Auch siedelt Balthasar III. den aus Laibach stammenden Wanderbuchdrucker Johannes Manilus in Güssing an, der in einer von Balthasar installierten Druckerei über 10 Jahre arbeitete. So konnte Clusius hier das erste Buch zur österreichischen Pflanzenkunde, „Stiripium nomenclator Pannonicus“, verfassen.

Auch Balthasar ist - trotz schwacher Gesundheit - im Kampf gegen die Türken engagiert. Von Kaiser Ferdinand I. zum General ernannt, wurde er in Anerkennung seine Erfolge (unter anderem die Verteidigung von der Festung Kanizsa 1578 und 1587 mit 3000 Reitern, sowie der Sieg über den Pascha von Sárvár, etc) unter Rudolf II zum Bannherrn und Obertruchseß ernannt. Auch war er Mundschenk bei der Krönung von Maximilian II. und Rudolf II. und Stellvertreter des Palatins. Am 1. Februar 1590 schließlich stirbt Balthasar III. aufgrund und hinterläßt drei Kinder: Dorothea, Katharina und Franz.